Wirtschafts-Plattform
Gesundheit GV
Das Kunststoffwerk Kremsmünster setzt auf Innovation, Qualität und nachhaltiges Wachstum. © Kunststoffwerk Kremsmünster
Innovation aus Tradition: 75 Jahre Kunststoffwerk Kremsmünster
Als Franz Lutzky im Jahr 1950 einen sicheren Standort für seine Glasfabrik suchte, fiel die Wahl auf Kremsmünster. Sein Wiener Betrieb lag in der russischen Besatzungszone und war durch Konfiszierung gefährdet. Gleichzeitig gründete er das Kunststoffwerk Kremsmünster, um Verschlüsse für seine Glasflaschen aus dem damals neuen Werkstoff Kunststoff herzustellen. Schon bald wurde das Sortiment um Haushalts- und Konsumartikel erweitert – Produkte, die in der Zeit des Wirtschaftswunders stark nachgefragt waren.
Nach dem unerwarteten Tod des Firmengründers im Jahr 1972 übernahmen 1978 seine Tochter Helga und ihr Mann Eberhard Habermann das wirtschaftlich eigenständige Kunststoffwerk. Schließlich wurde der Wiener Standort der Glasfabrik in den 1980-er Jahren geschlossen und die Aktivitäten auf Kremsmünster konzentriert. Investitionen in ein neues Bürogebäude (1990) und ein Hochregallager (1992) schufen die Grundlage für weiteres Wachstum des Kunststoffwerks Kremsmünster.
In den folgenden Jahren konzentrierte sich das Unternehmen wieder verstärkt auf seine Kernkompetenz: hochwertige Verschlüsse. Ein Meilenstein war 1988 die Patentierung des Verschlusses für die wieder eingeführten Glasmilchflaschen, der bis 2000 von zahlreichen österreichischen Molkereien verwendet wurde. Lebensmittelverschlüsse gingen unter anderem an Kotányi und Mautner Markhof, Motorölverschlüsse an Kunden wie Shell, Castrol, Mobil und OMV – teilweise bis nach Australien. Eine Castrol-Verpackung wurde sogar in England mit einem Designpreis ausgezeichnet. Auch Unternehmen wie Schwarzkopf, Henkel, Unilever, Reckitt Benckiser, Procter & Gamble sowie Sandoz zählten zu den langjährigen Kunden.
Früh setzte das Kunststoffwerk auf höchste Qualitätsstandards. 1994 erhielt das Unternehmen als eines der ersten in Österreich die ISO-9001-Zertifizierung. 1997 folgte als erster österreichischer Hersteller die europaweite Zertifizierung für medizinische Messbecher und Messlöffel. Dadurch gewann das Werk zunehmend internationale Pharmakunden wie Novartis oder GlaxoSmithKline.
Ab etwa 2005 entwickelte sich die Herstellung von Pharmaprimärverpackungen zum wichtigsten Geschäftsfeld von KWK. Mit steigenden Anforderungen investierte das Unternehmen konsequent in modernste Produktionsbedingungen. 2008 wurde ein Reinraum eröffnet, zwischen 2014 und 2016 wurden die übrigen Produktionsbereiche umfassend modernisiert. Parallel dazu entstand die Planung der heutigen Halle 2, die unter maßgeblicher Beteiligung des heutigen Werksleiters Markus Zauner realisiert wurde.
Heute stammen rund 90 Prozent des Umsatzes aus der Pharmaindustrie. Zahlreiche internationale Zertifizierungen machen den Standort Kremsmünster zu einem gefragten Partner für Kunden in fast 60 Ländern weltweit. Rund 80 Prozent der Produktion werden exportiert – gefertigt ausschließlich in Kremsmünster.
Im Jahr werden im Kunststoffwerk ca. 1 Millarde Teile produziert. Viele werden vor der Lieferung noch zusammen montiert und dann ausgeliefert. Rund 650 Millionen einzelne Teile werden ausgeliefert. Für heuer wird ein Wachstum von ca. 8% angestrebt und alles ist im Plan.
Um die erfolgreiche Entwicklung des Standorts langfristig abzusichern, holte die Eigentümerfamilie Habermann mit der italienischen Guala-Gruppe einen starken strategischen Partner an Bord. Der weltweit führende Hersteller von Getränkeverschlüssen erweitert mit der Partnerschaft erstmals gezielt sein Geschäftsfeld um Pharmaprimärverpackungen – ein bedeutender strategischer Schritt für den gesamten Konzern. Das Kunststoffwerk Kremsmünster übernimmt dabei als Kompetenzzentrum für diesen neuen Geschäftsbereich eine Schlüsselrolle. Für den Standort bedeutet die Zusammenarbeit eine nachhaltige Absicherung und gleichzeitig neue Wachstumsperspektiven. Bereits jetzt investiert die Guala-Gruppe in die Modernisierung des Maschinenparks und des Werks. Noch heuer soll ein in Kremsmünster entwickeltes neues Verschlusssystem serienreif werden und ab 2027 für zusätzliche Aufträge und weiteres Wachstum sorgen.
Die Familie Habermann bleibt weiterhin eng mit dem Unternehmen verbunden. Manfred Habermann bleibt dem Kunststoffwerk als Geschäftsführer erhalten und leitet das Unternehmen gemeinsam mit Nicola Carandente aus der Guala-Gruppe mit Erfahrung im Bereich Pharmaverpackungen aus seiner früheren Tätigkeit. Auch die nächste Generation mit Mathias und Michael Lucas Habermann arbeitet im Unternehmen mit. Firmensenior Eberhard Habermann hat sich im Alter von 90 Jahren aus der Geschäftsführung zurückgezogen.
Für die Belegschaft gibt es ein klares Signal: Personalabbau ist nicht geplant. Vielmehr setzt das Kunststoffwerk Kremsmünster auch nach 75 Jahren auf Innovation, Qualität und nachhaltiges Wachstum. Damit schreibt das Unternehmen seine Erfolgsgeschichte fort – als international gefragter Pharmaverpackungsspezialist mit starken Wurzeln in Kremsmünster.
Förderungen
News-Plattform
Formulare
Immobilien
Termine
Aug| OktSept
Webcam
Zivilschutz
Gemeindenachrichten